Beteiligte

Wir, die Bezirksverbände der Kleingärtner Charlottenburg und Wilmersdorf und die in der Aktionsgemeinschaft Bürgerbündnis zusammen geschlossenen Bürgerinitiativen (Bi Henriettenplatz, Bi Olivaer Platz, Bi Cornelsenwiese, Bi Heilbronner Straße/ Halensee und Mi Schlange) haben ein Bürgerbegehren zum Erhalt der Grünanlagen und Kleingärten im Bezirk gestartet.

Bezirksverband Charlottenburg der Kleingärtner e. V.

Bezirksverband der Kleingärtner Berlin-Wilmersdorf e.V.

Kleingärten in der Stadt schaffen Lebensqualität für alle Bürger und geben der Großstadt ein menschliches Gesicht. Innerstädtische Kleingärten erfüllen unverzichtbare soziale Aufgaben. Sie bieten wohnungsnahe Erholung in freier Natur, sie sind Begegnungsstätte und Beschäftigungsfeld für ältere Bürger, sie geben Arbeitslosen und Frührentnern sinnvolle Betätigung in einer Gemeinschaft und damit soziale Integration. Kleingärten sind Spielraum, verbunden mit Naturerleben, für die Kinder. Innerstädtische Kleingärten übernehmen wichtige Funktionen zur Verbesserung des Stadtklimas und sind, vernetzt mit öffentlichem Grün, hochqualifizierte Naherholungsgebiete. Als innerstädtisches Schutzreservoir für eine artenreiche Fauna und Flora bieten sie Kleingärtnern und Bürgern dieser Stadt unbeschwertes Naturerleben, Erholung und Entspannung mitten in der Metropole.

Prominentestes Opfer der bezirklichen Politik ist die Kleingartenkolonie Oeynhausen. Trotz eines positiven Bürgerentscheides mit über 80.000 Befürwortern zum Erhalt der Kolonie wurde diese im Januar 2016 zur Hälfte zerstört. Ca. 150 Parzellen wurden geopfert, damit mehr als 700 hochwertige Eigentumswohnungen entstehen können, gebaut von der Groth-Gruppe. Zweifelhafte Schadensersatzforderungen wurden durch unsere Bezirkspolitiker in mindestens 50 Mio. Euro garantierten Gewinn für einen Hedgefonds umgewandelt.

Link Charlottenburg: http://www.charlottenburger-kleingartenverband.de/

Link Wilmersdorf: http://bv-wilmersdorf.de/

Bürgerinitiative Henriettenplatz

Zwischen Ku’damm und Paulsborner, zwischen S-Bahnhof Halensee und Westfälischer ist

die Seesener Straße die grüne Verlängerung eines urbanen Platzes, auf dem bei

Sonnenschein sich das ganze Jahr hindurch Menschen in Halensee gern aufhalten.

Kastanien, teilweise noch aus der Vorkriegszeit, überdachen dabei mit ihrem Grün die Seesener zwischen Frühling und Herbst, während Kleingärten entlang der S- Bahn die

Stadtautobahn vergessen mach(t)en und bunte Lebendigkeit spürbar erkennen lassen.

Die BI kämpft wir für den Erhalt der Seesener mit ihrem lichtdurchfluteten, grünen

Charakter und für einen Henriettenplatz, der auch weiterhin Begegnungsstätte für alle in

Halensee sein soll. Wenn es nach dem Willen von Investoren geht, wird die Seesener bald komplett, statt eine grüne und sonnige Straße zu sein, zu einer dunklen Häuserschlucht verkommen. Die Frischluftversorgung des Ortsteils wird durch die Riegelbauten erheblich gestört. Sogar die groß verkündete Kita, welche lt. Baustadtrat Schulte Voraussetzung für die Baugenehmigung war, steht inzwischen auf der Kippe.

Link: http://bi-henriettenplatz.de/index.html

Bürgerinitiative Cornelsenwiese & Kleingartenkolonie Wiesbaden

Um 1960 wurde auf ehemaligem Kleingartengebiet ein im Stil der Bauhausarchitektur und in Anlehnung an die Internationale Bauausstellung 1956 im Hansa-Viertel ein Ensemble geschaffen, dass der Architekt mit Bauhaustradition Wilhelm Vormeier entworfen hat. Für die Genehmigung der drei sechsstöckigen Torhäuser wurde 1965 eine Senats-Verordnung erlassen, die die umgebenden Freiflächen als unüberbaubare Grünflächen ausweist.

Diese seither als geschützte Grünanlage deklarierte sogenannte Wiese am Cornelsenweg soll jetzt bebaut werden, sowie die mit altem Baumbestand umgebenen Parkplätze.

Gegen diese Bebauung hatten Bürger mit ca. 2.000 Stimmen einen Einwohnerantrag eingereicht, der allerdings von der Mehrheit der BVV abgelehnt wurde. Die Bebauung wurde zwar leicht modifiziert, jedoch der Neubau von ca. 100 hochwertigen Wohnungen in fünf- bis sechsstockigen Blöcken auch auf der Wiese für einen qm-Preis von 8,50-12,50 Euro nicht reduziert oder zurückgenommen.

Wenn die Bebauung der Kolonie Wiesbaden, die seit fast 100 Jahren besteht und an die Wiese des Cornelsenwegs anschließt, mit einer sechsstöckigen Randbebauung ab 2020 vorgenommen wird, ist eine unzumutbare, weil gesundheitsschädliche Verdichtung der Wiesbadener Straße die Folge. In unmittelbarer Nähe existiert bereits die Autobahn-Überbauung Schlangenbader Straße mit mehreren tausend Einwohnern und die daran anschließende Schildhornstraße eine der feinstaubbelasteten Straßen Berlins überhaupt ist.

Link: www.Cornelsenwegwiese.de

Bürgerinitiative Olivaer Platz
Der Olivaer Platz ist heute ein abwechslungsreich gestalteter Ort der Ruhe und
Entspannung in­mitten der hektischen City-West. Damit soll es nach dem Willen
des Bezirkes bald vorbei sein.
Der Olivaer Platz ist durch mangelnde Pflege vernachlässigt. Die Wege sind
brüchig, die Beetein­fassungen in schlechtem Zustand, einige Mauern sind mit
Graffitis besprüht, der Spielplatz ist jämmerlich und zur Zeit geschlossen. Hier
sind Veränderungen nötig, die aber wesentlich preis­werter erbracht werden
können. Sie wurden detailliert von der Bürgerinitiative vorgeschlagen, aber
niemals öffentlich diskutiert.
Mit einem von mehr als 2.200 Anwohnern unterzeichneten Einwohnerantrag wehrten
sich die Bürger gegen den geplanten Total-Umbau. Die
Bezirksverordnetenversammlung hat daraufhin einen »Konsensplan« beschlossen:
Unverändert soll der Olivaer Platz mit Kosten von geschätzten 2,5 Millionen Euro
»neu gestaltet«, also völlig umgebaut werden.
Dies bedeutet: Alle heute vorhandenen Beete, die Brunnen, die Senke, fast alle
Büsche und 49 der heute vorhandenen 142 Bäume sollen beseitigt werden.
Statt dessen soll eine langweilige große Rasenfläche entstehen, am Rande
vereinzelte neue Beete und ein brei­ter Plattenweg.
Fünfundsiebzig junge Bäume sollen neu gepflanzt werden, der Spielplatz soll
vergrößert und mit behinderten-gerechten Spielgeräten ausgestattet werden. An
der Konstanzer Straße soll ein priva­ter Investor ein Cafe bauen und betreiben.
Auf der östlichen Seite des Platzes versteckt sich heute ein mit Bäumen und
Sträuchern umwach­sener Parkplatz, der über 120 Stellplätze für die Anwohner,
den Gewerbetreibenden und ihren Kunden bietet. Dieser Parkplatz soll auf rund
die Hälfte ver­kleinert werden. Der Wegfall kann durch die umliegenden schon
jetzt stark mit ruhendem Ver­kehr belas­teten Straßen nicht aufge­nommen werden.
Die aktuellen Planungen des Bezirksamtes gehen völlig am Bürgerwillen und den
Bedürfnissen der Anlieger vorbei.
Link: http://www.buergerinitiative-olivaer-platz.de/

Mieterinitiative Schlange

Die Autobahnüberbauung Schlangenbader Straße (umgangssprachlich als Schlange bezeichnet) ist ein Wohnkomplex auf einer Autobahntrasse in der Architektur der l970er Jahre im Berliner Ortsteil Wilmersdorf am Rande des Rheingauviertels. Die Anlage verfügt über eine zentrale pneumatische Müllentsorgungsanlage nach schwedischem Vorbild und wird durch Fernwärme mit Energie versorgt.

Durch die Schließung und Zerstörung der einzigartigen Müllentsorgungsanlage gibt es in der Anlage viele Veränderungen. Die Müllentsorgung findet nun mehrmals wöchentlich über die begrünten und mit Kinderspielplätzen durchzogenen Innenhöfe durch mehrere Müllentsorger statt. D.h. LKW-Lärm deren Abgase, der damit verbundene Müllgestank beeinträchtigen und gefährden sogar die Mieter und insbesondere unsere Kinder. Die in der ursprünglichen Konzeption als Spiel- und Erholungsbereich gestalteten grünen Innenhöfe werden quasi vernichtet.

Link: http://www.mi-schlange.de

Die Wählergemeinschaft Aktive Bürger für Charlottenburg-Wilmersdorf hat sich als erste politische Vereinigung im Bezirk den Forderungen des Bürgerbegehrens angeschlossen.